LETZTE ZEUGEN Gedenkveranstaltung
Am 9. November 2026 erinnert die Stiftung Bornplatz Synagoge an die Novemberpogrome von 1938 und an die Zerstörung jüdischen Lebens in Hamburg.
Unter dem Titel „LETZTE ZEUGEN“ widmen wir uns in diesem Jahr der Frage, wie Erinnerung weitergetragen werden kann, wenn immer weniger Menschen selbst von ihrer Geschichte erzählen können.
Auf dem Joseph-Carlebach-Platz sind in den letzten Jahren ganz besondere "LETZTE ZEUGEN" aus dieser Zeit entdeckt worden: die Schätze der archäologischen Ausgrabungen der ehemaligen Bornplatzsynagoge. Fragmente, Fundstücke und Spuren des früheren Gebäudes erzählen von einem Ort, an dem jüdisches Leben über Jahrzehnte zu Hause war.
Gedenken, Erinnern, Verantwortung übernehmen
Der 9. November steht für einen der dunkelsten Einschnitte in der Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden Synagogen zerstört, jüdische Geschäfte und Wohnungen verwüstet und jüdische Menschen verfolgt, misshandelt und ermordet. Auch die Hamburger Bornplatzsynagoge wurde in dieser Nacht geschändet und wenige Monate später vollständig zerstört.
Heute, fast 90 Jahre später, wird die Zahl der Menschen, die diese Zeit selbst erlebt haben, immer kleiner und ihre Stimmen und Geschichten sind ein kostbares Vermächtnis. Sie erzählen von Ausgrenzung und Verfolgung, von Verlust und Überleben – und davon, was es bedeutet, wenn eine Gesellschaft zulässt, dass Menschen aufgrund ihrer jüdischen Identität entrechtet und verfolgt werden.
Erinnerung endet nicht mit der letzten Zeitzeugin, dem letzten Zeitzeugen. Sie geht an uns über.
Wir laden Sie ein, diesen Abend mit uns zu begehen – im Gedenken an die Opfer, im Respekt vor den Überlebenden und in Verantwortung für die Zukunft. Mit Ansprachen, Musik, Erinnerungen und dem Gebet "El male rachamin" wollen wir gemeinsam innehalten und der Opfer gedenken.
9. NOVEMBER 2026
JOSEPH CARLEBACH-PLATZ
HAMBURG, 18 UHR
Mitwirkende u.a.:
Andreas Dressel, Senator und Präses der Behörde für Finanzen und Bezirke
Prof. Rainer-Maria Weiss, Direktor Archäologisches Museum Hamburg & Stadtmuseum Harburg
Philipp Stricharz, 1. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg K.d.ö.R.
Daniel Sheffer, Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Bornplatzsynagoge
Shlomo Bistritzky, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Hamburg
Alexander Polinskiy, Komponist und Pianist
Peter Helling, Moderation
Das Mitbringen von Kerzen ist willkommen und erwünscht.
Die Veranstaltung findet auch bei Regen statt.
Diese Veranstaltung wird gefördert von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, dem Bezirksamt Eimsbüttel, der Körber Stiftung und der Firma Nordlite.
